KARRIERE
Neven Subotic ist noch keine 20 Jahre alt. Doch er kann bereits auf ein im wahrsten Sinne des Wortes bewegtes Leben zurückblicken. In jungen Jahren flüchtete seine Familie vor dem Krieg aus Bosnien-Herzegowina in den Raum Pforzheim. Genauer gesagt in eine Wohnung in einem Sportheim. „Ich hatte den Fußballplatz also direkt vor der Haustür“, erklärt Subotic. So habe er Fußball gespielt, seitdem er laufen konnte. TSV Schwarzenberg hieß sein erster Verein.
Doch der Turn- und Sportverein blieb nur eine Durchgangsstation. Weil die Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland auslief, siedelte die Familie Subotic 1999 in die USA über, der damals erst neunjährige Neven zog natürlich mit. Erst ging es nach Utah, später nach Florida.
Ein Schritt, der sich lohnen sollte. Denn ausgerechnet im Land von Baseball, Football und Basketball ging sein Fußball-Stern auf. Da in den USA kein echtes Ligasystem existiert, spielte sich Neven in das College-Team der University of South Florida und wurde nach starken Auftritten in die Junioren-Nationalmannschaft der USA berufen. Dort gab er sein Debüt am 15. Dezember 2005 gegen Australien, wobei ihm sogar das Siegtor gelang. Mittlerweile hat Subotic schon über 20 Junioren-Länderspiele bestritten.
Der nächste Karriereschritt ließ nicht lange auf sich warten. Subotic ging als 16-Jähriger alleine zurück nach Deutschland. Diesmal zum FSV Mainz. Dort wurde er zunächst in der Innenverteidigung der Oberligamannschaft, vereinzelt auch bei den A-Junioren eingesetzt. Doch auch in Mainz konnte sich Subotic schnell durch gute Leistungen für Höheres empfehlen.
Am letzten Spieltag der Saison 2006/07 debütierte Subotic bei den 05-Profis an der Seite von Nationalspieler Manuel Friedrich beim 2:5 gegen Bayern München. Es sollte nicht sein letzter Auftritt bleiben. Durch die Verletzung von Bo Svensson rutschte das Abwehrtalent am Anfang der vergangenen Saison neben Nikolce Noveski in der Innenverteidigung in die Startaufstellung. Der damals 18-Jährige spielte so überzeugend, dass er sich den Stammplatz neben Noveski auf Dauer sichern konnte. Die beiden bildeten eines der stärksten Defensivduos der 2. Bundesliga. Das Kicker-Sportmagazin bescheinigte dem Senkrechtstarter einen Notendurchschnitt von 3,15 für die vergangene Saison.
Als Jürgen Klopp zum 1. Juli 2008 zum BVB wechselte, konnte er sein heiß umworbenes Abwehrjuwel quasi als „Einstandsgeschenk“ mit nach Dortmund bringen. Klopp: „Ich freue mich, dass Neven zum BVB wechselt und wir seine Entwicklung weiter vorantreiben können“. Auch Sportdirektor Michael Zorc hält große Stücke auf den 19-Jährigen: „Subotic gehört bereits jetzt zu den besten jungen deutschsprachigen Abwehrspielern. Das ist ein sehr, sehr guter Mann.“ In den ersten Testspielen zur neuen Saison bestätigte der 1,93 Meter große Abwehrspieler diese Einschätzungen mit überzeugenden Leistungen.
Subotic selber sieht der Herausforderung beim BVB optimistisch entgegen: „Ich bin ein sehr ambitionierter Typ, der Herausforderungen sucht. Vor drei Jahren bin ich alleine aus den USA zum Probetraining nach Mainz gekommen, wo ich niemanden kannte. Das habe ich auch geschafft.“ Sein fußballerisches Vorbild ist übrigens John Terry. Subotic: „Hart, kompromisslos - aber stets fair. Genau so ein Typ will ich sein.“
STÄRKEN
Neven Subotic ist ein „moderner“ Innenverteidiger. Das Stellungsspiel ist trotz seines jungen Alters bereits gut ausgeprägt, zudem fügt er über ausgezeichnete Fertigkeiten im Umgang mit dem Ball und kommt daher fast ohne Foulspiel aus. Bei Mainz kassierte er in 33 Partien lediglich zwei Gelbe Karten. Darüber hinaus verfügt Subotic auch über große Anlagen in der Spieleröffnung. Jürgen Klopp rühmte in der vergangenen Saison wiederholt die "schnelle Auffassungsgabe" seines Musterschülers, dem er zudem ein "sensationelles Körpertalent" bescheinigt. Auch mental wirkt Subotic wesentlich gefestigter als die meisten anderen Spieler in seinem Alter.
SAISON-RÜCKBLICK
Subotic absolvierte in der vergangenen Saison 33 Zweitliga-Spiele für den FSV Mainz 05 – alle von der ersten bis zur letzten Minute. Sein Notenschnitt von 3,15 im kicker-Sportmagazin war der drittbeste aller Mainzer Akteure mit mehr als vier bewerteten Spielen. Subotic erzielte vier Tore – alle nach Standardsituationen! Seine hervorragende Zweikampf-Quote von 65 Prozent gewonnener Duelle wurde teamintern nur von Noveski übertroffen. Dabei spielte Subotic bemerkenswert fair: Nur alle 76 Minuten unterlief ihm ein Foulspiel; er sah nur zwei Gelbe Karten |